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Leishmaniose (LM) in überarbeiteter Form

Mein Frauchen hat sich in den letzten 2 Jahren sehr intensiv mit der Leishmaniose beschäftigt. Jedes Buch, jede Zeitschrift oder Artikel im Internet wurden verschlungen. In dem Buch "Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin", Auflage Nov. 2012 von Deplazes/Eckert/Samson-Himmelstjerna und Zahner gab es die neuesten Information über Leishmaniose. Sie hat es verständlich für den normalen Hundehalter umgeschrieben
und soll hiermit einen intensiven Einblick in diese Krankheit geben, die leider noch von vielen  falsch eingeschätzt und unterschätzt wird.

Leishmania infantum wird durch die Sandmücke übertragen.

   Quelle: wikipedia.org/wiki/Sandmücken

Der Hund wird hauptsächlich in den Dämmerungszeiten gestochen. Die Sandmücken fliegen den Rücken des Hundes an und krabbeln dann auf den Nasenrücken um zuzustechen. Hunde aus den Endemiegebieten werden meistens nach jedem 8. Stich infiziert, unsere Hunde die dort den Urlaub mit uns verbringen meistens schon nach dem 1. oder 2. Stich! Da die Stiche sehr schmerzhaft sind, erfolgen diese nur wenn der Hund schläft. Einen 80-90% Schutz, während der Mückensaison, kann man durch das Scalibor-Halsband oder ein Spot-On-Präparat erreichen, welches den Wirkstoff Permethrin oder Imidacloprid/Permethrin beinhaltet. Update: Um den Hund optimal im Haus oder Wohnmobil  zu schützen, sollte es ein Mückenschutznetz mit einer Größe der Maschen kleiner als 1 mm sein oder am besten im 2. Stock wohnen, da die Sandmücken nicht so hoch fliegen können.

Kürzlich wurde in einigen Ländern eine Impfung zugelassen, die aber noch nicht überzeugend belegt worden ist. Desweiteren reagieren einige Hunderassen sehr empfindsam auf die Impfung!

Das Vorkommen der Leishmaniose erstreckt sich im mediterranen Endemiegebiet an der nordafrikanischen Küste und in Europa in einer breiten Zone von der iberischen Halbinsel über Südfrankreich, Italien, die küstennahen Balkangebiete bis in die Türkei und Zypern. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, reicht das Endemiegebiet nicht über den 46. Breitengrad hinaus. In Italien hat sie sich nach Norden bis an den Alpenraum verschoben. In den Küstenregionen des Mittelmeeres liegt die Anzahl der positiv getesteten serologischen Parameter zwischen 1 % bis 50%, wobei in erheblicher Teil davon nicht auffällig erkrankt ist. In Südfrankreich liegt die Quote bei mehr als 75%. Hunde, die mit in diese Gebiete genommen werden, sind einem Infektionsrisiko von 1:430 ausgesetzt!!!

Die Übertragung der Leishmaniose auf die Sandmücke erfolgt so: die Sandmückenweibchen nehmen beim Blutsaugen an einem infizierten Wirt Leishmanien auf, die sich dann in der Sandmücke durch Zweiteilungen stark vermehren. Ein Teil heftet sich an den Teil der Darmwand an, der andere Teil bleibt frei beweglich und siedelt sich im vorderen Verdauungstrakt an. Dadurch kann bei einem weiteren Saugakt einer infizierten Mücke ein neuer Wirt infiziert werden. Diese Entwicklung dauert 5-8 Tage, außerdem stechen infizierte Sandmücken mehrmals hintereinander in die Haut eines Wirtes und erhöhen somit die Chance einer Krankheitsübertragung.

In einigen Fällen sind Kontaktinfektionen zwischen  Hunden (durch Bisswunden) beschrieben, aber nicht überzeugend dokumentiert worden. Belegt sind die hervorgerufene Infektion von Hunden mit Leishmanien durch Bluttransfusion, Erregerübertragung beim Deckakt und innerhalb der Gebärmutter auf die Welpen.

Das Krankheitsbild umfasst viele Arten von Symptomen, Länderspezifisch:
1. 90% der Fälle sind Hautveränderungen (ohne Juckreiz) an Ohren, um die Augen (sogenannte Brillenbildung), am Nasenspiegel, später an Rücken, Beine und am Schwanz; zu Beginn Haarverlust, kleieartige Schuppung, danach Geschwürbildung, Knötchen, Pusteln.
2. übermäßiges Krallenwachstum
3. Gewichtsverlust; Muskelschwund, entzündliche Muskelerkrankung
4. Apathie, fehlender Hunger
5. Anämie, leicht bis mittelgradig; Eisenmangelanämie
6. Hypergammaglobulinämie und Hypalbuminämie (wird in der Eiweiß-Phoresen-Kurve EEP dargstellt)
7. Fieber, Leber-/Milzvergrößerung
8. Niereninsuffizienz
9. Durchfall, auch unregelmäßig
10. Lahmheiten; unvollständige Lähmung der Beine
11. übermäßiges Ausscheiden von Proteinen
12. Störung des Kohlehydratwechsels
13. infektiöse (ansteckend!) Binde- und Hornhautentzündung
14. Regenbogenhautentzündung (mittlere Augenhaut)
15. Augenvereiterung (gefährlichste Erkrankung des Auges)
16. Ausdünnung der Knochenstruktur
etc.

Leider zeigt diese Krankheit eine Vielzahl von Symptomen und noch sind sicherlich nicht alle bekannt.
Leishmaniose ist nicht heilbar, nur behandelbar und der Hund kann, wenn er denn gut eingestellt ist, eine sehr gute Lebensqualität dabei haben.
Dabei sollte der Tierarzt mit der richtigen Medikamentation helfen, die zur Zeit führenden Medikamente sind hierbei Allopurinol und Milteforan, beide rezeptpflichtig.

T
rotz alledem ist es unsere Pflicht unseren Hunden so gut wie möglich zu helfen. Hilfe gibt es in Form des:  Leishmaniose-Forum .

Scheuen Sie sich nicht diese in Anspruch zu nehmen!!!


Erfahrungsbericht von mir über: Leishmaniose, die nicht so einfache Krankheit



Da mein Frauchen in letzter Zeit immer wieder über meine Herkunft angesprochen wurde, möchten wir einmal aufzeigen, wieviel Glück ich wirklich gehabt habe.

Kurz bevor ich herkam wurde ein Schnelltest für verschiedene Mittelmeerkrankheiten (MMK) gemacht.
Dabei kam heraus, das ich mit Leishmaniose infiziert bin. Das ich trotzdem hier sein kann, habe ich der Mühe von meinem Frauchen und der Aufklärung durch verschiedene Personen zu verdanken. Dies ist nicht selbstverständlich,da der Schnelltest nicht den Grad der Schwere der Erkrankung mit LM zeigt. Dies kann man nur durch eine Eiweißphoresenkurve erkennen!! Hätte ich schon einen höheren Titer mit mir importiert, wäre die Gefahr einer akuten LM gegeben gewesen.

Durch die kompetente Zusammenarbeit des Tierarztes und der THP wurden meine Werte, mein Immunsystem und mein allgemeiner Zustand unter die Lupe genommen. Mir wurde Blut abgenommen und alles auf mein Griechenland-Profil hin durchgecheckt.

Hier ein paar Regeln, die mir und vor allem meinem Frauchen sehr geholfen haben:

- Erst nach 8-10 Wochen zum MMK-Check, dann hat man sich schon etwas eingelebt und der Test wird aussagekräftiger. Unbedingt nüchtern
  zur Blutabnahme sein, damit das Blutbild nicht verfälscht wird. Die Untersuchung der Eiweißphoresenkurve ist wichtig, da sie Aufschluss
  gibt, ob die Leishmaniose bereits aktiv ist.
- Die Ernährung ist ein sehr wichtiger Baustein, um besser mit der Krankheit LM zu Recht zu kommen. Purinarme Ernährung ist das A und O. 
  Es gibt viele Meinungen darüber, ob Frischfleisch (BARF), Dosenfutter oder Trockenfutter genommen werden soll. Viele schwören auf BARF,
  aber auch mit der Futtermittelindustrie hat man verschiedene Möglichkeiten auf eine purinarme und auch sinnvolle Ernährung aufzubauen.
  Es ist so wie mit unserer eigenen Ernährung. Die Qualität der Ware muss ein jeder für sich hinterfragen und auch entscheiden, von welchem
  Hersteller und welche Art der Ernährung es sein soll. Wichtig bei jedem ist, Qualität und kein Schnickschnack von irgendwelchen komischen
  Nebenprodukten im Futter.
- Ein geregelter Tagesablauf hilft Stress so gering wie möglich zu halten, da hier LM erkrankte Tiere besonders gefährdet sind.
- Mückenabwehr, z.B. Advantix, regelmäßig anwenden (das gesamte Jahr), damit die Mücken keine Chancen haben.
- Regelmäßige Blutbilder zur Nachkontrolle
- Gezielte Entwurmung durch Untersuchung von regelmäßigen Kotproben. Unnötige Chemieeinsätze belasten nur zusätzlich den Organismus.
- Impfungen soll man nicht mehr durchführen, da nur gesunde Tiere gimpft werden dürfen und ein Hund mit LM ist nicht gesund!!!!

Fazit aller Dinge:


Vorher unbedingt über die Krankheit schlau machen und ganz realistisch sein Budget und seine Zeit überdenken. Blutbilder im 6-monatigen Abstand sind nicht billig, die Kotuntersuchungen kosten ebenfalls Geld. Sollten Medikamente nötig sein, dann kommen zwischen 20 € und 500 € im Monat mal ganz schnell zusammen.
Leider klären die meisten Orgas darüber nicht ehrlich auf. Aber ein jeder sollte sich immer selbst ein Bild von allem machen, bevor er aktiv wird.
Leider hilft es auch nicht, meine kranken Kumpels zu adoptieren und bei den Vorsorgeuntersuchungen , wie oben beschrieben, in Stress oder Hilflosigkeit zu geraten. Dieser Stress überträgt sich zusätzlich auf meine kranken Kumpels und verschlimmert ebenfalls ihre Situation.

Kein Zweibeiner darf auch hinterher nicht klagen, "das habe ich alles nicht gewusst".

Verschiedene Links, die meinem Frauchen geholfen haben, gibt es in meiner Linkliste.

Nur aus Mitleid einen kranken Hundekumpel aus dem Ausland zu übernehmen, ist falsch verstandene Tierliebe!!!

Ganz ehrlich muss man sich fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, einen an LM erkrankten Hund zu adoptieren? Warum kann man nicht auf die Vielzahl von Hunden zurückgreifen, die bereits in Deutschland auf Pflegestellen oder in Tierheimen sitzen? Muss man wirklich das Wagnis einer sehr schwer zu kalkulierenden Krankheit, dessen Werte man nur über eine Organisation kennt eingehen?
Ich hatte das verdammte Glück gehabt zu einer Pflegestelle zu kommen, die ein gutes Netzwerk von Tierärzten und THP zurückgreifen kann. Mit meinem besonderen Charme und meiner Lebenslust habe ich mich so sehr in meine Pflegefamilie geschlichen, das diese das Wagnis LM eingegangen sind.

Den Entschluss mich zu behalten, hat mich unendlich glücklich gemacht. Das ist für mich ein tolles Gefühl und gibt mir Sicherheit.
So hoffen wir alle, das meine Werte weiterhin so gut bleiben. Aber wir wissen auch, dass es ganz schnell sich zum Gegenteil entwickeln und auch tödlich enden kann.

Ich genieße jede Sekunde und strenge mich ganz doll hier an. Das fällt mir auch gar nicht schwer, da ich auch so unbeschreiblich viel zurück bekomme. 


Euer Glückspelz SPIKE